Samstag, 31. Dezember 2011

新年快乐 - Frohes neues Jahr!

Hallo, ich wünsche allen ein frohes Jahr 2012.
Bleibt gesund und munter!

In einem Tag geht es bei mir los mit der Reise, welche 2 Monate dauern wird.

Bis dahin, 
Zaijian.

Paul

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Ferien und Winter

So, jetzt melde ich mich endlich mal wieder, um von den aufregenden Erlebnissen meines Urlaubs im Oktober zu berichten.
Mein Urlaub begann am 1. Oktober, dem Nationalfeiertag. Dies ist einer der wenigen Tage, an dem alle Chinesen nicht Arbeiten müssen, und das bekam ich auch mit. Es schien, als ob ganz China, also 1,3 Milliarden Menschen, auf den Beinen ist. Glücklicherweise habe ich schon einige Tage zuvor Zugtickets gekauft, sonst hätte ich meine Woche Ferien auch in Jiuquan verbringen können, weil ich gar nicht erst weggekommen wäre.
Wir waren eine Gruppe von 6 Leuten: Wido, Georg, Magnus, Karl, allesamt ebenfalls Freiwillige aus Deutschland und ein anderer Freiwilliger aus Holland: Rieko, und natürlich ich selbst.
Also ging es los, von Jiuquan aus, mit dem Zug nach Lanzhou, der Hauptstadt der Provinz Gansu. Die Zugfahrt war schon eine Qual, da Magnus, der fließend Chinesisch spricht, weil seine Mutter Chinesin ist, erst einmal die falschen Zugtickets gekauft hatte: nämlich die vom Tag zuvor. Das hieß, dass wir keine gültigen Tickets hatten und somit auch eigentlich kein Recht, die Leute, die auf unseren Plätzen saßen, zu vertreiben. Zum Glück sah der Schaffner ein, dass es sich bei uns einfach um ein Missverständnis handelte und ließ uns trotzdem im Zug mitfahren, aber einen Sitzplatz hatten wir trotzdem nicht. Einige Chinesen waren so nett, sich auf ihren Sitzen zusammenzuquetschen, damit wir uns noch mit dazu setzen konnten. So konnten dann immer 2 von uns sitzen und der Rest stand. Die Zugfahrt dauerte vier Stunden, und da es Rieko nicht so gut ging, ließen wir ihn die gesamte Zeit über schlafen. Das hieß dann im Endeffekt, dass jeder von uns insgesamt vllt. 5-6 Stunden im Zug stand. Aber damit nicht genug, an jedem Bahnhof, den wir passierten, stiegen mehr und mehr Passagiere zu und es schien, als ob alle erst in Lanzhou aussteigen würden, was letztendlich auch so war. Also standen wir dort viele Stunden im Zug, eingequetscht zwischen hunderten Chinesen, und die Luft war schrecklich stickig. Ich lernte ein paar nette andere junge Chinesen kennen, die mir Hühnerfüße und Bier anboten, was ich dankbar annahm.  Nach einer Ewigkeit kamen wir dann endlich in Lanzhou an und dachten, dass das Gedränge und Gequetscht jetzt endlich ein Ende haben würden, aber da hatten wir uns schwer getäuscht. Kaum dass wir aus dem Bahnhofsgebäude auf einen riesigen Platz heraustraten, ging es weiter. Der Bahnhofsvorplatz war vllt .doppelt so groß wie der Marktplatz von Saalfeld und er war bis zum letzten Winkel mit Chinesen gefüllt, ein unendliches Meer aus Köpfen, dass sich vor uns erstreckte. Wir kämpften uns durch, bis wir in eine Seitenstraße einbiegen konnten und dann wollten wir weiter zum Busoffice, um uns dort Tickets zu kaufen nach Jiuzhaigou. Magnus betrat das Office, vor welchem auch eine Menschenmenge von ca. 1000 Leuten wartete, und nach kurzer Zeit begannen viele dieser Menschen in das Ticketoffice hineinzudrängen. Die Polizei hatte die Lage nicht mehr unter Kontrolle und so schloss sie einfach die Türen zum Office ab, was zur Folge hatte, dass innerhalb Panik ausbrach und die Menschen sich gegen die Tür drängten. In diesem Gedrängel wäre Magnus beinahe zerquetscht worden, und als er rauskam, glaubten wir ihm erst nicht, aber als er sich dann übergab und fast zusammenklappte, da erschien uns das doch nicht mehr, als ob er Spaß machte. Jedenfalls waren im Endeffekt die Tickets für den Bus ausverkauft und wir bekamen keinen Bus direkt nach Jiuzhaigou. Also nahmen wir ein Taxi zu einer anderen Busstation, von welcher aus wir hofften, nach Jiuzhaigou zu gelangen. 

Dort angelangt, nach ca. 1-stündiger Taxifahrt, für ca. 2 km, wegen des dichten Verkehrs, mussten wir feststellen, dass es dort ebenso wenig Tickets gab wie an der 1. Busstation. Aber wir gaben uns noch nicht geschlagen und wollten einfach wo anders hinfahren, in eine andere Stadt, und von dort aus weiter mit einem anderen Bus bis zu unserem Ziel. Jedoch waren auch die Tickets in die andere Stadt ausverkauft. Ein chinesischer Mann, der sein Kind mit im Schlepptau hatte, schmuggelte uns durch den Hintereingang zum Fahrkartenschalter, wo wir dann durch ihn doch noch Tickets erhielten. 
Also konnten wir mit dem Bus nach Gan`an fahren, von wo aus wir weiterreisen wollten nach Jiuzhaigou. Jedoch, in Gan`an angekommen, empfing uns 1. schlechtes Wetter und Kälte und 2. kein Bus nach Jiuzhaigou. Also suchten wir ein Taxi, welches uns dort hinbringen sollte, und handelten einen Preis aus: ca. 150 Euro für 300-400 km, ein fairer Preis. Der Taxifahrer schätzte, dass wir ungefähr 3-4 Stunden brauchen würden. Aber als wir die Stadt verließen, begann es schon nach 5 Minuten zu schneien. Es wurde immer schlimmer und letztendlich fuhren wir, wie uns der Taxifahrer mitteilte, eine extrem gefährliche Straße, auf der schon etliche Autos in die Schluchten, die sich links und rechts neben der Straße auftaten, gestürzt sind. Der Trip zog sich nicht über die geschätzten 4 Stunden hin, sondern wir brauchten insgesamt 10 Stunden und kamen um 4 früh in Jiuzhaigou an. Nach 3 Stunden Schlaf im Hostel ging es schon wieder los, da ja ein Feiertag war und somit tausende Touristen auch in den Naturpark gehen wollten. Die Schönheit dieses Parks ist unbeschreiblich. Die Seen sind so blau wie der Himmel, und selbst der Grund des Sees in 10m Tiefe war zu erkennen. Tausende kleine Wasserfälle schlängelten sich die Berghänge hinunter und glücklicherweise waren wir fast immer alleine, weil wir schon zu Beginn von der Hauptouristenroute abgebogen waren auf einen eher verlassenen Pfad. Jiuzhaigou ist im Herbst am schönsten, da die gefärbten Blätter sich im Wasser spiegeln und ein unbeschreibliches Naturschauspiel darstellen.
Wir verbrachten einen ganzen Tag im Park und waren begeistert von seiner Schönheit.
Am nächsten Tag gingen wir in einen anderen Teil des Parks mit einem eigenen Guide, welcher uns in abgelegenere Gebiete führte. Darunter waren ein verlassenes Dorf, ein heiliger Berg, wo tausende tibetische Gebetsfahnen hingen und ein Tempel, wo wir die Gebetsmühlen, wie sie es in Tibet gibt, drehen konnten. Einen Wasserfall, der auch heilig war, besuchten wir auch, doch dort passierte ein Unfall: Wir kletterten einen steilen Abhang, der mit Bäumen und Büschen bewachsen war, hinauf und der Wasserfall lag zu unserer rechten Seite. Als wir auf der Hälfte angekommen waren, rutschte Magnus jedoch aus und fiel den Wasserfall ca. 5m hinunter. Er saß dort, vllt. noch 3m über dem Boden, auf einem Stein fest und hatte eine Platzwunde am Kopf und einen geprellten Arm. Wir waren geschockt und gleichzeitig froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist, denn er hätte auch sterben können durch diesen Sturz. Er saß auf diesem Felsen für ca. 1 Stunde fest, bis endlich einige Tibeter mit Seilen und einer Leiter eintrafen und wir Magnus vom Felsen retten konnten. 
Aufgrund dieses Vorfalls mussten wir unseren Urlaub schon leider vorzeitig abbrechen und kehrten nach Lanzhou zurück. Dort wurden wir erstmal vom Bildungsminister der Provinz Gansu zum Essen eingeladen, was uns sehr erstaunte. Die Position und besonders auch das Wohlergehen der Volontäre ist, wie uns dieses Ereignis zeigte, nicht nur eine Frage der Schule, sondern auch von weitaus höheren Kreisen. Da es sofort bekannt wurde, dass einem Volontär ein Unfall widerfahren ist, wurden wir vom Bildungsminister persönlich eingeladen. Allein dieses Ereignis zeigt, dass sich Personen von hohem Rang für uns verantwortlich fühlen.
Nach der einen Woche Ferien begann die lange Periode, welche von Anfang Oktober bis Ende Januar andauert. In dieser Zeit müssen wir jede Woche unterrichten und haben keine Ferien in der Zwischenzeit.
Mitte Oktober wurden alle Volontäre von Liu Ruhong besucht. Sie ist die Chefin der Abteilung von Amity, welche für die Volontäre und Lehrer aus dem Ausland verantwortlich ist. Sie kam nach Jiuquan, um sich zu erkundigen, wie unsere Lebenssituation hier ist und ob die Schule den Vertrag einhält, welchen ich mit ihr geschlossen habe, und uns die Sachen bereitstellt, zu welchen sie verpflichtet ist. Liu Ruhong hatte auch ein Gespräch mit mir und trug dann meine Anliegen beim Treffen von ihr mit meiner Schule vor. In China ist es oft üblich, dass Anliegen über Dritte geregelt werden, ohne dass die beiden Parteien sich direkt zusammensetzen und über die Angelegenheit diskutieren. Es wird fast immer vermieden, einen Konflikt oder eine Diskussion offen anzusprechen und auszutragen. Außerdem gab ihr die Schule ein Feedback über mich und Alban und ich kann mit Freude mitteilen, dass die Schule nur Positives über uns zu berichten hatte und sehr zufrieden ist mit unserer Arbeit als Lehrer. 
Der November war relativ ereignislos, langsam stellte sich der Alltag ein, dass ich die Woche über unterrichte und am Wochenende frei habe, oft unternehme ich da etwas. Beispielsweise war ich ein Wochenende in Yumen, einem ca. 70 km entfernten Dorf, wo 3 andere Deutsche Volontäre arbeiten, welche ich besuchte. Dort gibt es fast gar nichts, außer einigen Läden, Feld und dann gleich nach dem Feld: Wüste. 
Im Dezember wurde es hier langsam, nach vielen schönen und sonnigen Tagen richtig kalt. Die Temperatur fiel an einigen Tagen sogar auf -24°C in der Nacht. Tagsüber schwankt die Temperatur zwischen 0 und -8 °C.
Zu Weihnachten passierte hier nichts Ereignisreiches. In China feiert eigentlich niemand Weihnachten, aber die Jugendlichen finden westliche Festivals cool, deswegen kam trotzdem ein wenig Weihnachtsstimmung auf. Eine kitschige Weihnachtsbäume konnte ich auch finden und ich zu Heilig Abend ging ich in die Kirche, welche mit schrecklich aussehenden bunten Lichterketten geschmückt war, die unablässig blinkten in allen möglichen Farben.
die Schule gab uns vom 23. bis 26. Dezember frei, die Woche danach musste ich noch unterrichten.
Am 30. ist der letzte Schultag und danach fangen die Ferien an. Ich werde zuerst an einer Konferenz von Amity in Lanzhou teilnehmen, welche 10 Tage dauern wird. Danach habe ich endlich Zeit, in China umherzureisen: Nach Tibet, in den Süden von China und am Ende wahrscheinlich noch nach Peking.
Das bedeutet, dass ich jetzt 2 Monate lang in Jiuquan sein werde und in dieser Zeit auch nicht meinen Blog updaten werde. Danach werde ich aber umso ausführlicher von meiner Reise berichten.

Ich hoffe, es geht euch gut, bis dann


Liebe Grüße

Paul ;)

Freitag, 23. Dezember 2011

圣诞快乐, Frohe Weihnachten

Liebe LeserInnen, Freunde und Freundinnen,
Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest und eine friedliche Zeit.

Hier in China wird Weihnachten eher als "Modefestival" der westlichen Welt gefeiert, aber kitschige glitzernde Weihnachtsbäume usw. gibt es trotzdem.

Also, Shengdan kuaile, frohe Weihnachten

Paul

Samstag, 22. Oktober 2011

TIC - This Is China

Ni hao!

Liebe LeserInnen, als erstes möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich bis jetzt noch nichts auf diesem Blog gepostet habe. Das hätte ich gern schon früher gemacht, aber bis jetzt hat diese Website hier nicht richtig funktioniert.
Ich fang also einfach mal von ganz vorne an: Ich bin zuerst in Beijing (Peking) gelandet und hatte dort ein paar Stunden Aufenthalt. Um etwas frische Luft zu schnappen verließ ich die Flughafenhalle und wurde erst einmal von einer Smog-Wolke erschlagen, die Luft war furchtbar heiß, dunstig und hat nach Abgasen gestunken. Die Sicht war so eingeschränkt, dass mensch nicht mal klar einige Gebäude in 1km Entfernung erkennen konnte. Nach diesem kleinen Schock ging es weiter nach mit dem Flugzeug nach Nanjing, wo ich dann 1 Nacht mit den anderen 10 Freiwilligen verbrachte und dann ging es in einem Kleinbus, der von hinten bis vorn mit unserem Gepäck und uns selbst vollgequetscht war nach Yangzhou.
Dort hatten wir dann, um es kurz zusammenzufassen, ein 2-wöchiges Seminar, was uns auf das Unterrichten, das Leben in China und die Kultur vorbereitete. 
Danach ging es dann noch einmal für 1 Woche nach Nanjing, wo die Amity Teachers Conference 2011 war, die Konferenz aller Lehrer, die mit meiner Organisation Amity in China an Schulen und Unis unterrichten werden. 
Dann ging es endlich an den langersehnten richtigen Einsatzort, nach Jiuquan, in der Provinz Gansu. Der Name Jiuquan heißt übersetzt Quelle des Weins, was auf eine alte Geschichte zurückgeht, wo ein General den Wein, der eigentlich nur ihm zustand, mit seinen Soldaten teilen wollte und ihn somit in eine Quelle schüttete, wo dann plötzlich nur noch Wein heraussprudelte. 
Ich wurde am Flughafen zusammen mit Alban, meinem Mitbewohner, von unserem Waiban, der Mensch, der verantwortlich ist für uns an unserer Schule, abgeholt und in unsere Wohnung gebracht.
Die Wohnung ist ziemlich groß, aber zu Beginn war ich leicht geschockt vom Badezimmer, weil dort Bauschutt, alte Rohre und noch weiteres komisches Zeug herumlag. Aber ansonsten kann ich mich nicht über unsere Wohnung beklagen. Die Küche ist groß und hell, einiges Küchengerät ist auch schon vorhanden und es gibt 2 Gasherdplatten und eine eine Induktionsherdplatte, welche mensch in die Steckdose einstecken muss und schon geht's los. Wir haben sogar einen Wok, mit dem ich auch schon einiges an chinesischen Gerichten zubereitet habe, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Einmal habe ich das Öl so doll erhitzt, dass auf einmal der gesamte Wok in Flammen stand, auch innendrin, weil das Öl so heiß war, dass es sich selbst entzündet hat. Aber diese Situation habe ich schnell unter Kontrolle gebracht und es ist nichts weiter passiert.
Jiuquan ist eine ca. 400.000 Menschen große Stadt, die jedoch keinesfalls so groß wirkt. Manchmal denke ich eher, dass von der Größe eher 50.000 Menschen in dieser Stadt leben müssten und nicht das 8-fache davon. Verglichen mit der Größe einer Deutschen 400.000-Menschen-Stadt wirkt Jiuquan fast klein. Es gibt einen Stadtteil, der relativ ursprünglich ist und dort findet mensch auch Gassen, die voll von Dreck sind und wo die Fleisch-und Gemüsehändler ihre Waren auf dem Boden oder auf klapprigen Tischen anbieten. Aber es gibt auch den neuen Stadtteil, Suzhou, wo ich wohne. Hier sind die Straßen sehr weitläufig und breit, 2-3 Spuren sind hier normal, und oft habe ich eher das Gefühl, dass ich über eine Autobahn laufe als über eine normale Straße in einer Stadt. Jedoch weiß ich nicht, weshalb solche riesigen Straßen hier angelegt wurden, da keinesfalls ein hohes Verkehrsaufkommen in Jiuquan besteht. Wenn ich über die Kreuzung laufe, die nah an meiner Wohnung ist, brauche ich ungefähr 1 Minute, um sie laufend zu überqueren, aber Autos kommen eher selten an mir vorbeigefahren. Es ist schon eine Kuriosität, wenn auf dieser Kreuzung 5 Autos in die gleiche Richtung fahren. Das soll aber nicht heißen, dass es hier wenig Autos gibt oder dass wenig Verkehr herrscht. In der Altstadt fahren weitaus mehr Autos durch die Gegend und auch enorm viele Fahrrad und Mopedfahrer. Es gibt hier eine Art Elektro-Fahrrad, was einen Elektromotor hat, aber auch Pedalen zum treten und sehr viele Leute benutzen dieses Gefährt. Ich glaube nach dem Fahrrad ist das hier das Hauptverkehrsmittel. Es gibt auch Busse, die regelmäßig fahren und welche 1 kuài kosten, umgerechnet ca. 10-15 Cent. Daran sollten sich die deutschen Verkehrsunternehmen mal ein Beispiel nehmen!
Im neuen Stadtteil trifft mensch auch auf große Glasfronten und neue, imposante und moderne Gebäude. Hier gibt es auch einen riesigen Platz, auf dem Springbrunnen ihr Wasser versprühen und wo an warmen Sommerabenden eine Band spielt auf einer großen Bühne. Meist schauen dann immer ca. 1000 Chinesinnen zu und genießen die teilweise doch sehr gewöhnungsbedürftige Musik. Letztens war ich auch dort und es hat eine Metal-Band gespielt, doch alle sind sehr tolerant sitzen geblieben und haben es sich angehört, obwohl im Publikum wohl eher ältere als jüngere Menschen vertreten waren.
Es gibt hier in der Nähe ein großes Einkaufszentrum, wo es alle möglichen Shops gibt, von Kleidung bis hin zu Möbeln. Außerdem gibt es den FuKang Supermarkt, einen relativ großen Supermarkt, wo ich mich normalerweise mit Lebensmitteln und Haushaltsgegenständen ausstatte. 

Nach einer Woche Zeit zum Einleben hatte ich dann am 5. September meine 1. Unterrichtsstunde. Ich unterrichte insgesamt 18 Klassen, jedoch habe ich nicht 18 Unterrichtsstunden pro Woche, sondern immer abwechselnd 13 und 14 Stunden. Es gibt hier sogenannte Single- und Double weeks. In der einen Woche unterrichte ich alle Schüler der Stufe Senior 1 ( entspricht ca. 10 Klasse) und die Hälfte der Senior 2 Klassen, in der nächsten Woche dann wieder alle Senior 1 Klassen und die andere Hälfte der Senior 2 Klassen.
In den Klassen sind meist 70 - 80 Schüler, manchmal mehr, manchmal weniger. Doch ich unterrichte immer nur die Hälfte aller Schüler, da ich mir mit Alban, meinem Mitbewohner, welcher auch an meiner Schule arbeitet, die Klassen teile, d.h. wir unterrichten immer die gleiche Klasse, nur er unterrichtet die eine Hälfte in einem Raum und ich die andere Hälfte in einem anderen Raum. Somit habe ich immer 30-40 Schüler in einer Klasse, was relativ angenehm ist im Vergleich zur doppelten Anzahl.
Jedoch halte ich immer 18 Mal die gleiche Stunde, zwar hebe ich die Anforderungen bei Senior 2 Klassen etwas an, aber das Thema ist oft das gleiche und somit ist es nach dem 10. Mal Unterrichten der selben Unterrichtsstunde etwas langweilig. Aber dann versuche ich immer zu improvisieren und bringe einfach eine neue Idee ein, die ich spontan hatte. 
In der 1. Unterrichtsstunde durften die Schüler mir Fragen stellen, ich bekam aber leider oft die gleiche Fragen zu hören: How old are you? , How tall are you? , What is your favorite sport / food / color? ,Do you have a girlfriend? ,  Do you like China? , Why did you come to China? , Can you introduce your hometown?
Jedoch gab es auch einige lustige Fragen, beispielsweise, ob ich verheiratet bin. Ich wurde in fast jeder Klasse gebeten, einen Song zu singen, aber das habe ich immer auf die 2. Unterrichtsstunde verlagert, wo ich dann den Schülern "My Bonnie is over the Ocean" beigebracht habe. Das lief immer relativ gut, die Schüler haben sehr viel Spaß am singen und sind mit Herz und Seele dabei. 
Mittlerweile sind 3 Wochen Unterrichten rum und bis jetzt habe ich ein richtig gutes Gefühl. Es macht mir Spaß, den Schülern etwas beizubringen. Ich glaube jedoch, dass ich ein relativ strenger Lehrer bin. Ich mache zwar oft Scherze und lockere so die Stimmung auf, aber wenn ich spreche, dann verschaffe ich mir schon die nötige Ruhe und auch sonst werden Vergehen sofort geahndet: keine Basecaps im Unterricht und kein Handy ( bis jetzt habe ich schon 2 Stück während der Stunde eingesammelt). Jedoch habe ich trotzdem ein meiner Meinung nach gutes Verhältnis zu meinen Schülern, sie dürfen mich mit Paul anreden, zu Beginn haben sie immer teacher, Mr. Paul oder laoshi ( Lehrer auf Chinesisch) gesagt. Da habe ich aber deutlich klargemacht, dass sie mich Paul nennen sollen, weil ich mich sonst so alt fühle.
Die Schüler sprechen nicht besonders gut Englisch und verstehen auch nicht immer beim ersten Mal, wenn ich was erkläre. Deshalb muss ich oft langsam reden und auch 2-3 Mal das, was ich sage, wiederholen. Aber da gewöhnt mensch sich auch dran.
Die nächsten beiden Wochen gingen relativ  schnell herum, und die letzte Woche im September war relativ spektakulär. Da am 1. Oktober Nationalfeiertag ist, liefen alle Vorbereitungen auf Hochtouren, um diesem besonderen Tag gerecht zu werden. Da am 1. Oktober jedoch schon Ferien waren, mussten die Feierlichkeiten schon vorgezogen werden und somit war vom 27. September bis zum 30. September die Hölle los an meiner Schule. 
Am Dienstag den 27. fand ein Sing-Wettbewerb statt, bei dem alle Klassen, insgesamt 27, gegeneinander antraten. Es musste immer einmal die Nationalhymne Chinas gesungen werden und ein anderes Lied, was den chinesischen Staat anpries. Schon nach 5 Klassen konnte ich die Nationalhymne nicht mehr hören, aber die Show der einzelnen Klassen war ziemlich gut. Einige Klassen hatten allesamt eine Militäruniform an, andere Ballkleider und Anzüge. Insgesamt war das gesamte Spektakel schon eindrucksvoll, auch wenn es nach einiger Zeit etwas langweilig wurde.
Am 2. Tag kam dann der Bildungsabgeordnete von Jiuquan zu meiner Schule, und es gab eine riesige Parade, in der die Schüler im Stechschritt marschierten und auch die Lehrer in Reih und Glied mitlaufen mussten. Auch ich musste mich einreihen und dann vor der Tribüne dem Bildungsabgeordneten zuwinken und lächeln. Nach der Parade begannen dann die Sportwettkämpfe, die von Mittwoch bis Freitag andauerten. Während dieser Zeit schlenderte ich einfach nur um den Sportplatz, redete mit Schülern und ließ mich ca. 100 Mal von ihnen fotografieren, weil alle Schüler zusammen mit mir ein Photo machen wollten. Am Donnerstag zog ich dann meine Schuluniform an, die ich glücklicherweise ergattern konnte, denn es waren noch einige Exemplare übrig. Ich fiel gar nicht auf in der Masse der Schüler, außer dass ich ich größer war als der Großteil und als einziger zwischen 1800 Schülern und  Lehrern blonde Haare hatte. 
Am Freitag Nachmittag fingen dann die Ferien für mich an, ich hatte eine Woche, also von Freitag bis Freitag, die Schüler jedoch nur 3 Tage. 
im nächsten Eintrag werde ich über die Ereignisse berichten, die ich im Urlaub erlebte, aber ich kann schon versprechen, dass es chaotisch und abenteuerlich wird!

Falls ihr mit Post zukommen lassen wollt, hier meine Adresse, jedoch rate ich euch, sie nicht abzuschreiben, druckt sie lieber aus, dann ist die Wahrscheinlichkeit weitaus größer, dass sie bei mir ankommt. 

邮政编码:735000
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Paul Schneider


Paul Schneider
Suzhou Middle School
Panxuan Road W., Jiuquan, Gansu 735000
P. R. China


Bis dahin, Zàijiàn!